Das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) könnte glatt mit einem Kolibri verwechselt werden.
Es verharrt in einem beeindruckenden Schwirrflug mit bis zu 80 Flügelschlägen pro Sekunde in der Luft. Dabei saugt es den Nektar mit seinem bis zu drei Zentimeter langen Rüssel und hält somit sicheren Abstand zu auf der Blüte lauernden Fressfeinden.
Begleitet von einer kleinen Wildbiene zeigt sich hier der Faulbaum-Bläuling (Celastrina argiolus). Er zeichnet sich durch seine feinen, strichförmigen Flecken auf der Vorderflügelunterseite und das Fehlen andersfarbiger Muster aus.
Leider konnte ich seine Flügeloberseite nicht einfangen. Sie ist wunderschön blau gefärbt und in der Regel nur im Flug sichtbar, da er seine Flügel in Ruhestellung stets geschlossen hält.
Eine endgültige Bestimmung dieses Falters ist ohne Mikroskop nicht möglich. Es handelt sich entweder um die Goldene Acht (Colias hyale) oder den Hufeisenklee-Gelbling (Colias alfacariensis).
Erstgenannte erhielt ihren Namen aufgrund zweier unterschiedlich großer, heller Flecken auf der Hinterflügelunterseite, die an eine „8“ erinnern. Auf diesem Bild ist vor allem der untere, dickere Bauch als grau umrandeter weißer Punkt zu erkennen.
Die Raupen beider Falter lassen sich hingegen problemlos voneinander unterscheiden.
Gut getarnt sitzt eine Gamma-Eule (Autographa gamma) auf einer Duftnessel. Obwohl sie zu den Nachtfaltern gehört, ist sie auch tagsüber aktiv. Ihr Erkennungsmerkmal ist ein helles, an ein „Gamma“ erinnerndes Zeichen auf der Flügeloberseite.
Die meisten Nachtfalter nutzen jedoch die dunkle Tageszeit und reagieren dabei empfindlich auf die zunehmende Lichtverschmutzung. Sie werden durch das künstliche Licht oft bis zur völligen Erschöpfung fehlgeleitet und verlieren die nötige Kraft sowie wertvolle Zeit für die Fortpflanzung und Nahrungsaufnahme.
Wir können sie schützen, indem wir unsere Gartenbeleuchtung auf das Nötigste beschränken, Bewegungsmelder nutzen, die Lichtquellen nie nach oben richten und warmes gelb-oranges oder rotes Licht verwenden.
Zu sehen ist ein Grünader-Weißling (Pieris napi). Wie bereits beim Aurorafalter (Nr. 3) erwähnt, hilft die Betrachtung der Flügelunterseite bei der Unterscheidung der Weißlingsarten. In diesem Fall ist eine dunkle, unscharfe Aderung charakteristisch.
Zudem handelt es sich hier um ein männliches Exemplar, was an dem einzelnen schwarzen Punkt auf der Flügeloberseite zu erkennen ist. Die weiblichen Tiere tragen stattdessen zwei schwarze Punkte.
Im März hatte ich hier den C-Falter (Polygonia c-album) als ersten Schmetterling des Jahres vorgestellt.
Heute konnte ich ihn erneut beobachten. Diesmal gelang mir zusätzlich ein Bild der Flügelunterseite. Es zeigt ein kleines weißes „C“, das dem Falter seinen Namen gibt und als unverwechselbares Erkennungsmerkmal dient.
‚Survival of the Fittest‘ nimmt diese Hummelart wörtlich! Entgegen ihrem friedfertigen Image gibt es auch unter ihnen parasitär lebende Arten. Sie dringen in fremde Staaten ein, töten oder unterwerfen die dortige Königin und lassen ihre eigene Brut in dem fremden Nest aufziehen.
In diesem Fall handelt es sich um die Keusche (Bombus vestalis) oder die Böhmische Kuckuckshummel (Bombus bohemicus). Eine endgültige Bestimmung ist mir leider nicht möglich. Sie parasitieren die Dunkle und Helle Erdhummel.
Kuckuckshummeln sehen ihren entsprechenden Wirten sehr ähnlich, um im Nest nicht sofort aufzufliegen. Ein generelles Unterscheidungsmerkmal sind jedoch die dunkel getönten Flügel und die fehlenden Sammelhaare an den Hinterbeinen, da sie selbst keinen Pollen mehr für ein eigenes Volk sammeln müssen.
Am selben Tag nur eine Staude weiter beobachtete ich einen potenziellen Wirt. Es könnte sich um eine Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris) gehandelt haben. Eine Königin dieser Art vermutete ich hier bereits im Februar auf einer Krokusblüte. Die verschiedenen Erdhummelarten (Dunkle/ Hellgelbe/ Große und Kryptarum Erdhummel) lassen sich nur schwer differenzieren.
Ihre Flügel sind transparent, ihre Beine tragen feine Sammelhaare und typischerweise besitzt sie eine zusätzliche gelbe Querbinde am vorderen Teil des Hinterleibs und lässt sich so von ihrem Brutparasiten, der Kuckuckshummel, unterscheiden.
Selbst im Mikrokosmos der Käfer ist der Erhalt der Biodiversität von unschätzbarem Wert.
Denn neben pflanzenfressenden Arten wie z. B. dem Gartenlaubkäfer, gibt es räuberische Arten, die dafür sorgen, Schädlingspopulationen in Schach zu halten.
Der Marienkäfer ist wohl einer der bekanntesten Nützlinge in unserem Garten. Sowohl er als auch seine Larvenstadien haben einen unstillbaren Hunger auf Blattläuse. Verzichtet man auf Pestizide und gibt ihm etwas Zeit, sich anzusiedeln, erledigt sich das Problem ganz von selbst.
Der Feld-Sandlaufkäfer zählt zu den schnellsten Räubern unserer heimischen Insektenwelt. Gejagt werden vor allem Ameisen sowie andere Insekten und Spinnen aller Art. Er benötigt dafür offene und sandige Böden, die zunehmend aus unserer Landschaft verschwinden.
Der erwachsene Scharlachrote Feuerkäfer ernährt sich von Pollen, Honigtau und Pflanzensäften. Im Larvenstadium hingegen lebt er räuberisch und frisst besonders gerne die Larven des gefürchteten Borkenkäfers.
Und auch wenn der Gartenlaubkäfer Schädlinge nicht direkt bekämpft, so dient er doch als wichtige Nahrungsquelle für Vögel und andere Nützlinge.
Der Admiral (Vanessa atalanta) bedient sich besonders gern an den violetten Fliederblüten. Wie ein Schmuckstück funkeln dabei die feinen Schuppen seiner Flügelunterseiten.
Neben dem Admiral besuchen weitere Schmetterlings- und Bienenarten unseren Sommerflieder. Leider wird dieser gebietsfremde Strauch als invasive Art eingestuft. Daher sollte man lieber heimische Nektarpflanzen wie z.B. Wasserdost und Disteln bevorzugen.
Die Raupen des Admirals ernähren sich ausschließlich von Brennnesseln.
Und auch der Distelfalter (Vanessa cardui) besucht die blühende Ligusterhecke.
Er ist ein Wanderfalter und legt unglaubliche Strecken zurück. Dabei wandert er in mehreren Generationen im Frühjahr von Afrika nach Europa und im Herbst wieder zurück. Der herbstliche Rückflug wird von einer einzigen Generation bewältigt. So legt ein einzelner Falter bis zu 4.000 km zurück.